Zwerggarnelen: weiches Wasser oder hartes – was wirklich zählt
Dunkelkur richtig durchführen Die Dunkelkur ist die effektivste Methode gegen Cyanobakterien. Sie funktioniert, weil die Bakterien kein Licht für die Photosynthese bekommen und absterben. So gehst du vor: Aquarium vollständig abdunkeln, am besten mit einem dichten Tuch oder Karton. Für drei bis fünf Tage kein Licht einschalten, auch nicht für kurze Kontrollen. Die Filterung und Belüftung laufen weiter, damit Sauerstoff und Strömung erhalten bleiben. Fische während dieser Zeit nicht füttern. Vorher einen großzügigen Wasserwechsel von 50 Prozent machen und mulm absaugen. Nach der Dunkelkur erneut 50 Prozent Wasser wechseln und die abgestorbenen Beläge absaugen.
Wurzeln kürzen: so viel wie nötig, so wenig wie mögli
Ein häufiger Fehler ist die Dosierung nach Gefühl. Wer mit einem Messbecher oder einer Spritze arbeitet, vermeidet Schwankungen. Wichtig ist außerdem der Zeitpunkt: Flüssigdünger wird am besten während der Beleuchtungsphase zugegeben, nicht kurz vor der Dunkelphase. Sonst bleibt Eisen länger im Wasser, wird schlechter aufgenommen und kann Algen begünstigen. Nach der Zugabe zehn Minuten warten, bevor du den Filter wieder auf volle Leistung stellst.
Der Fehlerstromschutzschalter, kurz FI oder RCD, ist die zweite Verteidigungslinie. Er misst ständig, ob der Strom, der über den Außenleiter fließt, vollständig über den Neutralleiter zurückkommt. Fehlt auch nur ein kleiner Teil – etwa weil Strom über Wasser und einen Menschen zur Erde abfließt – löst er innerhalb von Millisekunden aus. Für Feuchträume, Außenbereiche und Garagen ist ein FI mit 30 Milliampere Auslösestrom der Standard. Ältere Installationen haben oft gar keinen FI oder nur einen für das ganze Haus. Wer in Küche, Bad, Keller oder Garten arbeitet, sollte prüfen, ob der jeweilige Stromkreis über einen eigenen FI verfügt. Die Prüftaste am FI gehört regelmäßig betätigt – sie simuliert einen Fehlerstrom und muss den Schalter sofort abschalten. Reagiert er nicht, ist der Schutz defekt und muss ersetzt werden.
Wer diese Punkte beachtet, braucht keine teure Technik und keine ständigen Messungen. Ein gut bepflanztes Becken mit stabilen Werten, ausreichend Verstecken und sparsamer Fütterung trägt die Garnelenpopulation von selbst. Kontrolliert wird nur, wenn Tiere träge wirken, sich auffällig häuten oder die Vermehrung stockt. Genau dann lohnt der Blick auf die Werte – nicht vorher.
Vorbeugen ist einfacher als bekämpfen. Regelmäßige Wasserwechsel von 30 bis 50 Prozent pro Woche, moderate Fütterung und eine gute Strömung halten das Gleichgewicht stabil. Pflanzen wie Hornkraut oder Wasserpest entziehen dem Wasser Nährstoffe und hemmen das Wachstum der Bakterien. Wer den Nährstoffhaushalt im Blick behält, wird Blaualgen selten sehen. Wenn doch, hilft die Dunkelkur zuverlässig, sofern du die Ursache anschließend korrigierst.
Für den Start zählen vier Werte: Gesamthärte, Karbonathärte, pH-Wert und Temperatur. Neocaridina fühlen sich bei einer Gesamthärte zwischen 6 und 15 °dGH, einer Karbonathärte von 3 bis 10 °dKH und einem pH-Wert von 6,5 bis 7,8 wohl. Die Temperatur liegt idealerweise zwischen 20 und 24 °C, wobei kurzfristig auch 26 °C toleriert werden. Caridina benötigen eine Gesamthärte von 4 bis 6 °dGH, eine Karbonathärte unter 2 °dKH und einen pH-Wert zwischen 5,8 und 6,8. Wer diese Werte mit Leitungswasser nicht erreicht, verschneidet es mit vollentsalztem Wasser und salzt mit einem Mineralsalz auf.
Ein typischer Fehler ist der Wasserwechsel mit stark abweichenden Werten. Wer 50 Prozent des Wassers auf einmal tauscht und dabei kaltes, hartes Leitungswasser einfüllt, riskiert eine Häutung mitten im Wechsel. Besser sind 10 bis 20 Prozent pro Woche, zugeführt über eine Tropfanlage oder einen Schlauch mit geringem Durchfluss. Auch das Einsetzen neuer Tiere gehört geplant: Die Transporttüte schwimmt 20 Minuten im Becken, danach wird alle fünf Minuten etwas Aquariumwasser zugegeben, bis sich die Werte angeglichen haben. Erst dann umsetzen, ohne das Transportwasser mit einzubringen.
Typische Fehler nach der Dunkelkur: Zu schnell zu viel Licht und sofortige Volldüngung. Dadurch kommen die Cyanobakterien zurück. Besser ist es, den Nährstoffhaushalt neu einzustellen. Nitrat sollte bei etwa 10 bis 20 mg/l liegen, Phosphat bei 0,5 bis 1 mg/l. Ein zu hoher Phosphatwert lässt sich durch mehr Wasserwechsel und weniger Futter senken. Prüfe auch den Eisengehalt, denn ein Überangebot an Spurenelementen kann Cyanobakterien fördern.
Sand ist dichter und lässt weniger Wasser durch. Er verdichtet sich mit der Zeit, besonders wenn er fein ist. Das kann gewünscht sein, denn in dichten Sandschichten entstehen langsam sauerstoffarme Bereiche, in denen Eisen und andere Spurenelemente gelöst werden. Für Pflanzen mit kräftigen Wurzeln, etwa Cryptocorynen oder Echinodoren, ist das vorteilhaft. Allerdings ist Sand nicht gleich Sand: Zu feiner Sand erstickt die Wurzeln, weil kein Sauerstoff mehr an sie gelangt. Wer Sand verwendet, sollte auf eine Körnung zwischen 1 und 2 Millimetern achten und die Schicht nicht dicker als fünf Zentimeter halten. Wurzeln brauchen Sauerstoff, auch wenn sie in nährstoffreichem Milieu stehen.